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Theaterprojekt „Wandel“

Vom 7. Juni bis zum 17. Juni 2022 gab es ein Theaterprojekt für die gesamte Inselschule auf Langeoog. Das LKJ Niedersachsen und der Shantychor de Flinthörners e.V. haben es ermöglicht, dass fast 100 Schüler*innen über zwei Wochen hinweg ein Theaterprojekt an ihrer Schule hatten. Zentrales Thema war der Wandel. Dabei konnte Wandel alles bedeuten, was den SuS wichtig war. Ein weiteres zentrales Objekt waren Papphocker. So wurden im Vorfeld 100 Papphocker zum Selbstbauen an die Inselschule geliefert und warfen damit schon die Schatten voraus auf ein bislang nicht dagewesenes Projekt an der Inselschule. Statt Deutsch, Mathe, Englisch konnten sich immer zwei Klassen zusammen spielerisch ausdrücken. Die 100 Papphocker sorgten fertig aufgebaut für ein stetig wechselndes Bühnenbild. Mal wurden sie als Tresen genutzt, mal stellten sie einen Strandkorb dar, wurden ein Aufnahmestudio und vieles mehr. Und über das Projekt hinaus werden sie in den folgenden Kunststunden zu einem individuellen Sitzmöbel gestaltet. Angefangen hatte alles damit, dass ich eine große Liebe zu den Nordseeinseln und im Speziellen zu Langeoog entwickelte habe. Während in Baden-Württemberg Pfingstferien sind, wollte ich mich über die Landesgrenzen hinaus mit meinen Ideen einbringen. Lehrerin Petra Ahrenholz, die selbst 12 Jahre in der Nähe von Karlsruhe „im Ländle“ gearbeitet hatte, war gleich begeistert, als ich mich an der Inselschule meldete und kümmerte sich um die Koordination. So musste ein extra Theaterstundenplan erstellt werden, damit alle Klassen gleichermaßen von dem Projekt profitieren konnten. Während der Vorbereitungsphase gab es für alle Klassen jede Menge Tipps : Wo steht man am besten auf der Bühne, was mache ich, wenn jemand zu leise spricht oder sogar seinen Text vergessen hat? So hatte jeder die passenden Rezepte parat, damit niemand das Gefühl haben musste, allein gelassen zu werden. Als der große Tag der Aufführung näher kam, mussten dennoch kurzfristige Änderungen angegangen werden. Leider fielen einige Schüler:innen und auch Lehrerinnen coronabedingt aus, sodass die Aufführung, um den nötigen Abstand wahren zu können, kurzerhand von der Aula in die Turnhalle verlegt wurde. Eine Stunde lang gab es dann vier überaus kurzweilige Stücke zu erleben. Während die Klassen 1 und 2 den Wandel der Jahreszeiten auf Langeoog thematisierten, mit allen Vor- und Nachteilen, die Sommer und Winter auf Langeoog für Restaurantbesitzer, Lieferanten und die Kinder zu bieten hat und am Ende mit Schrecken feststellten, dass sie offenbar in einer Zeitschleife gelandet sind, ging es bei den Klassen 3 und 4 um den Wandel bei Freundschaften. Kritisch, aber auch humorvoll wurde beleuchtet, wie sich Ausgrenzung anfühlt und was dagegen unternommen werden kann. Immer mal wieder flatterte eine Möwe in die Szene, die mit dem Eisverkäufer eine Vereinbarung getroffen hatte: mehr Eis für sie, mehr Umsatz für ihn! Die Klassen 5 und 6 zeigten einen Blick in den Schulalltag. Aus dem Leben gegriffen ging es darum, warum nicht deutschsprechende Schüler ein Handy benutzen dürfen, andere dafür aber Ärger bekommen und wie eine SV- Sitzung eigentlich abläuft. Die Mathematikarbeit, die an diesem Tag zurückgegeben wird, die Erwartungen, die man hat und wie sich alles wandelt, wenn es dann so weit ist und die Lehrerin die benoteten Arbeiten austeilt, war ebenso ein Thema dieser Szenen. Alles beginnt auf dem Pausenhof vor der Schule. Zwischenzeitlich verwandeln sich einzelne Bereiche in Klassenräume oder die SV Sitzung und wieder zurück, bis alle am Ende von den aufsichtführenden Lehrerinnen wieder nach Hause geschickt werden. Für die Klassen 7 und 8 stand von Anfang an fest, dass es ein lustiges Stück werden sollte. Und so nahmen sie die Zuschauer:innen mit auf einen Blick hinter die Aufnahmekulissen. „Joachims Laden, Der Amoklauf, Szene 1, Take 1“ - auf der einen Seite waren die Schauspieler:innen zu sehen, die mit Ärgernissen im Alltag eines Einkaufsladen zu kämpfen hatten, auf der anderen Seite war das Filmteam zu sehen, das sich mit Störungen durch Pizzaboten, dem Hausmeister oder im Bild sichtbaren Mikrofonen ärgern musste. Beleuchtung, die nur nach einem freundlichen Schlag auf das Gehäuse wieder funktionierten oder eine Kamera, die vom Stativ fiel waren dabei nur einige der Missgeschicke, die die Regisseurin in den Wahnsinn trieben. Zu guter Letzt reichte es der Beleuchterin mit der fleischhaltigen Pizza und dem Döner, sie bestellte veganes Sushi für alle! Die 9. Klasse kam leider über die Vorüberlegungen nicht hinaus, da dann ein plötzlicher hoher Krankenstand die Proben unmöglich machte. Die Idee war aber überaus vielversprechend. Es ging um die Entwicklung vom Affen zum Menschen, der schließlich seine Erfindungen nutzte, um andere Planeten zu erkunden, während die auf der Erde übrigen Menschen überlegten, ob es überhaupt so eine gute Idee war, die Bäume zu verlassen. Ein Thema, völlig unterschiedliche Ideen und Umsetzungen, selbst die Schüler:innen mit sprachlichen Defiziten waren eingebunden und gingen in ihren Rollen auf. Das kann man wohl einen vollen Erfolg nennen! Zum Abschluss waren sich alle einig: Das wollen wir nächstes Jahr unbedingt wiederholen! Einen großen Dank geht hier auch an den Shantychor de Flinthörners, der dieses Projekt durch seine Einbindung in die Antragsstellung und Verwaltung erst ermöglicht hat. Und an die Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Niedersachsen e.V. (LKJ), die Kooperationspartner des Zukunftprogrammes des Landes Niedersachsen „Startklar in die Zukunft“ sind.
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Theaterprojekt

„Wandel“

Vom 7. Juni bis zum 17. Juni 2022 gab es ein Theaterprojekt für die gesamte Inselschule auf Langeoog. Das LKJ Niedersachsen und der Shantychor de Flinthörners e.V. haben es ermöglicht, dass fast 100 Schüler*innen über zwei Wochen hinweg ein Theaterprojekt an ihrer Schule hatten. Zentrales Thema war der Wandel. Dabei konnte Wandel alles bedeuten, was den SuS wichtig war. Ein weiteres zentrales Objekt waren Papphocker. So wurden im Vorfeld 100 Papphocker zum Selbstbauen an die Inselschule geliefert und warfen damit schon die Schatten voraus auf ein bislang nicht dagewesenes Projekt an der Inselschule. Statt Deutsch, Mathe, Englisch konnten sich immer zwei Klassen zusammen spielerisch ausdrücken. Die 100 Papphocker sorgten fertig aufgebaut für ein stetig wechselndes Bühnenbild. Mal wurden sie als Tresen genutzt, mal stellten sie einen Strandkorb dar, wurden ein Aufnahmestudio und vieles mehr. Und über das Projekt hinaus werden sie in den folgenden Kunststunden zu einem individuellen Sitzmöbel gestaltet. Angefangen hatte alles damit, dass ich eine große Liebe zu den Nordseeinseln und im Speziellen zu Langeoog entwickelte habe. Während in Baden-Württemberg Pfingstferien sind, wollte ich mich über die Landesgrenzen hinaus mit meinen Ideen einbringen. Lehrerin Petra Ahrenholz, die selbst 12 Jahre in der Nähe von Karlsruhe „im Ländle“ gearbeitet hatte, war gleich begeistert, als ich mich an der Inselschule meldete und kümmerte sich um die Koordination. So musste ein extra Theaterstundenplan erstellt werden, damit alle Klassen gleichermaßen von dem Projekt profitieren konnten. Während der Vorbereitungsphase gab es für alle Klassen jede Menge Tipps : Wo steht man am besten auf der Bühne, was mache ich, wenn jemand zu leise spricht oder sogar seinen Text vergessen hat? So hatte jeder die passenden Rezepte parat, damit niemand das Gefühl haben musste, allein gelassen zu werden. Als der große Tag der Aufführung näher kam, mussten dennoch kurzfristige Änderungen angegangen werden. Leider fielen einige Schüler:innen und auch Lehrerinnen coronabedingt aus, sodass die Aufführung, um den nötigen Abstand wahren zu können, kurzerhand von der Aula in die Turnhalle verlegt wurde. Eine Stunde lang gab es dann vier überaus kurzweilige Stücke zu erleben. Während die Klassen 1 und 2 den Wandel der Jahreszeiten auf Langeoog thematisierten, mit allen Vor- und Nachteilen, die Sommer und Winter auf Langeoog für Restaurantbesitzer, Lieferanten und die Kinder zu bieten hat und am Ende mit Schrecken feststellten, dass sie offenbar in einer Zeitschleife gelandet sind, ging es bei den Klassen 3 und 4 um den Wandel bei Freundschaften. Kritisch, aber auch humorvoll wurde beleuchtet, wie sich Ausgrenzung anfühlt und was dagegen unternommen werden kann. Immer mal wieder flatterte eine Möwe in die Szene, die mit dem Eisverkäufer eine Vereinbarung getroffen hatte: mehr Eis für sie, mehr Umsatz für ihn! Die Klassen 5 und 6 zeigten einen Blick in den Schulalltag. Aus dem Leben gegriffen ging es darum, warum nicht deutschsprechende Schüler ein Handy benutzen dürfen, andere dafür aber Ärger bekommen und wie eine SV-Sitzung eigentlich abläuft. Die Mathematikarbeit, die an diesem Tag zurückgegeben wird, die Erwartungen, die man hat und wie sich alles wandelt, wenn es dann so weit ist und die Lehrerin die benoteten Arbeiten austeilt, war ebenso ein Thema dieser Szenen. Alles beginnt auf dem Pausenhof vor der Schule. Zwischenzeitlich verwandeln sich einzelne Bereiche in Klassenräume oder die SV Sitzung und wieder zurück, bis alle am Ende von den aufsichtführenden Lehrerinnen wieder nach Hause geschickt werden. Für die Klassen 7 und 8 stand von Anfang an fest, dass es ein lustiges Stück werden sollte. Und so nahmen sie die Zuschauer:innen mit auf einen Blick hinter die Aufnahmekulissen. „Joachims Laden, Der Amoklauf, Szene 1, Take 1“ - auf der einen Seite waren die Schauspieler:innen zu sehen, die mit Ärgernissen im Alltag eines Einkaufsladen zu kämpfen hatten, auf der anderen Seite war das Filmteam zu sehen, das sich mit Störungen durch Pizzaboten, dem Hausmeister oder im Bild sichtbaren Mikrofonen ärgern musste. Beleuchtung, die nur nach einem freundlichen Schlag auf das Gehäuse wieder funktionierten oder eine Kamera, die vom Stativ fiel waren dabei nur einige der Missgeschicke, die die Regisseurin in den Wahnsinn trieben. Zu guter Letzt reichte es der Beleuchterin mit der fleischhaltigen Pizza und dem Döner, sie bestellte veganes Sushi für alle! Die 9. Klasse kam leider über die Vorüberlegungen nicht hinaus, da dann ein plötzlicher hoher Krankenstand die Proben unmöglich machte. Die Idee war aber überaus vielversprechend. Es ging um die Entwicklung vom Affen zum Menschen, der schließlich seine Erfindungen nutzte, um andere Planeten zu erkunden, während die auf der Erde übrigen Menschen überlegten, ob es überhaupt so eine gute Idee war, die Bäume zu verlassen. Ein Thema, völlig unterschiedliche Ideen und Umsetzungen, selbst die Schüler:innen mit sprachlichen Defiziten waren eingebunden und gingen in ihren Rollen auf. Das kann man wohl einen vollen Erfolg nennen! Zum Abschluss waren sich alle einig: Das wollen wir nächstes Jahr unbedingt wiederholen! Einen großen Dank geht hier auch an den Shantychor de Flinthörners, der dieses Projekt durch seine Einbindung in die Antragsstellung und Verwaltung erst ermöglicht hat. Und an die Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Niedersachsen e.V. (LKJ), die Kooperationspartner des Zukunftprogrammes des Landes Niedersachsen „Startklar in die Zukunft“ sind.